Wittenberg

Wo ich nie allein bin

Warum Margot Käßmann sich auf dem Marktplatz in Wittenberg besonders wohlfühlt.

Entspannen kann ich am Strand, beim Joggen und in einer Kirche. Kürzlich habe ich eine neue Erfahrung gemacht.

Manchmal, wenn ich in Wittenberg bin, setze ich mich auf eine kleine Bank auf dem Marktplatz. Da fällt der Blick auf das Rathaus und auch auf Martin Luther und Philip Melanchthon, wie sie dort imposant als Statuen stehen. Ich denke mich fünfhundert Jahre zurück. Die Stadt Wittenberg, sie hat ja immer noch das Flair dieser Zeit. Da stelle ich mir vor, dass Martin Luther mit einer Textpassage kommt und sagt: „Philip, meinst du, das könnten wir so übersetzen?“ Katharina von Bora kauft Gemüse auf dem Markt und trifft Katharina Melanchthon.

Und so sitzt du da und hast das Gefühl, sie könnten alle hier sein. Was sind schon fünfhundert Jahre? Sind nicht viele Themen die gleichen geblieben?

Von Margot Käßmann, die evangelisch-lutherische Theologin und Pfarrerin ist seit April 2012 als „Botschafterin für das Reformationsjubiläum 2017“ im Auftrag der EKD tätig.

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