Lehmann

Zwischen Ku´damm und Südfrankreich

Christoph Lehmann verwirklicht seinen Traum

Als Anwalt und Notar wälzt er Akten, hat Besprechungen und führt Prozesse. Ursprünglich suchte Dr. Christoph Lehmann gemeinsam mit seiner Frau ein Ferienhaus in Südfrankreich. „Aber dann hatten wir den Verdacht: Das kann auch schnell langweilig werden und außerdem wollten wir uns gerne in der Natur betätigen“, erinnert sich der 52-Jährige. Und außerdem hatte er einen klaren Vorsatz gefasst: „Ich hatte mir vorgenommen: ­spätestens mit 55 sollte man bestimmte Träume verwirklichen“.

Weingut Domaine St. Antoine: 2011 erwarben der Berliner  Rechtsanwalt Dr. Christoph Lehmann (52) und seine Frau Petra das Weingut nahe dem südfranzösischen Carcassonne.  Es umfasst 23 Hektar Weinberge, ­ zwei Mitarbeiter arbeiten fest auf dem Hof.  Mit Rainer Keßler begleitet ein ­erfahrener Winzer die Produktion, die mit ­großem Aufwand produzierten Weine werden zum Preis von 5,50 ­­bis 8 Euro verkauft.
Weingut Domaine St. Antoine:
2011 erwarben der Berliner
Rechtsanwalt Dr. Christoph Lehmann (52) und seine Frau Petra das Weingut nahe dem südfranzösischen Carcassonne.
Es umfasst 23 Hektar Weinberge, ­
zwei Mitarbeiter arbeiten fest auf dem Hof.
Mit Rainer Keßler begleitet ein ­erfahrener Winzer die Produktion, die mit ­großem Aufwand produzierten Weine werden zum Preis von 5,50 ­­bis 8 Euro verkauft.

Diesen Plan konnte der engagierte Katholik jetzt schon früher umsetzen und ein Weingut erwerben, das auf Napoleons Zeiten zurückgeht. „Bei unserem ersten Besuch war die Begeisterung eher gering: St. Antoine ist nicht der Traum vom Schloss auf dem Land. Ein netter Hof, ein wenig vernachlässigt, drei Ferienwohnungen. Aber dann war für uns entscheidend: Hier sind engagierte Menschen, die guten Wein produzieren und gerne mit uns noch besser werden wollen“, erzählt Lehmann.

Aussteigen war dabei nie der Gedanke der Lehmanns, sie reizte der Gegensatz: Die Großstadt, Regeln, Strukturen hier und das Land, Arbeit mit den eigenen Händen auf der anderen Seite. „Seither achten wir ganz anders auf die Natur. Das Wetter spielt plötzlich eine ganz andere Rolle und auch die Jahreszeiten“. Und noch einen positiven Effekt hat das Weingut für die vierfachen Eltern auch für das tägliche Leben in Berlin: „Wenn die Kinder aus dem Haus gehen, fragen sich viele Paare: Was haben wir jetzt noch gemeinsam? Für uns ist das auch ein neues Projekt für eine neue Lebensphase. Ein wenig wie ein fünftes Kind“.

Harte Arbeit in herrlicher Landschaft: Auf St. Antoine wird noch per Hand geerntet.
Harte Arbeit in herrlicher Landschaft: Auf St. Antoine wird noch per Hand geerntet.

In St. Antoine ließen sie bewusst alte und weniger ertragreiche Rebstöcke stehen, modernisierten das Weingut behutsam und achten seither auf eine nachhaltige Produktionsweise. Auf ein formales Öko-Siegel kam es Christoph Lehmann dabei nicht an, sondern auf die Qualität des Ergebnisses. „Als ich die erste selbst produzierte Kiste Wein in den Händen hatte, sind mir fast die Tränen gekommen. Ich hatte nicht nur Papier oder Gedanken produziert, sondern etwas Konkretes, mit dem andere Menschen etwas anfangen können“

Gelegentlich werden die deutschen Einsteiger von den alteingesessenen Winzern der Gegend belächelt, denn auf St. Antoine wird nur per Hand geerntet, das kostet Zeit und natürlich auch Geld. Aber der Erfolg gibt Ihnen recht: Die Weine werden inzwischen sogar im Berliner Konsumtempel ­KaDeWe ausgeschenkt.

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